III. Die vorgetäuschte Unschuld ablegen: sich selbst offenbaren
Sauna des 21. Jahrhunderts: erhabenes Ritual
- Titel
- Sauna des 21. Jahrhunderts: erhabenes Ritual
- Werk-Nr.
- F-0253-1900-01-01
Auch ein unscheinbares Ritual kann helfen, den Tag wieder durchzustehen. Eine kleine Pause hält einen Menschen länger in Bewegung, als man denkt.
„Sauna des 21. Jahrhunderts: erhabenes Ritual“ begann mit jener vertrauten Zeit, in der ich im Lehmraum schwitzte und danach bei Sikhye und gekochten Eiern ausruhte. Dass ich der Diät wegen hineingegangen war und am Ende doch die Freude am Essen mitnahm, fühlte sich eher wie die ehrlichste Form von Erholung an. Selbst die kleine Geste, ein Ei mit einem „Knack“ aufzuschlagen, wird zu einem Ritual, das die Anspannung eines mühsamen Tages löst.
Wenn ich es recht bedenke, sind es oft nicht die großen Entschlüsse, die einen Menschen wieder in Bewegung bringen, sondern solche kleinen Momente des Auftankens. Das „Erhabene“ im Titel liegt daher nicht im Großen, sondern eher in der gewöhnlichen Zeit, in der man für einen Moment alles ablegt und sich um sich selbst kümmert.