Koreanische Malerin Kim Hyun Jung ARTIST Hyunjung KIM

Jeonsi Guide | Kim Hyun Jung, das Idol der koreanischen Malerei

Kategorie Zeitschriften und Periodika Veröffentlicht am 2015.03.01

In der Rubrik „Künstler im Fokus“ der Märzausgabe 2015 des monatlichen Magazins Jeonsi Guide wurde die als „Idol der koreanischen Malerei“ bekannte Künstlerin Kim Hyun Jung vorgestellt. Der Beitrag behandelte die Arbeitsweise ihrer Naesoong-Serie, den Besucherrekord ihrer Einzelausstellung „Naesoong Olympics“, die Auszeichnung als „Vielversprechende Künstlerin des Jahres 2014“ des Koreanischen Verbands der Kunstkritiker sowie Inhalte ihrer Masterarbeit. Text: Chefredakteurin Lee Mun-ja (Jeonsi Guide).

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„Das Idol der koreanischen Malerei“

Künstlerin Kim Hyun Jung

Die Künstlerin Kim Hyun Jung erregt Aufmerksamkeit, weil sie auf der Grundlage der Theorie und Technik der traditionellen ostasiatischen Malerei einen Wandel anstrebt. Diese Bemühungen wurden im Dezember des vergangenen Jahres gewürdigt, als sie beim 34. „Künstler des Jahres“-Preis des Koreanischen Verbands der Kunstkritiker im Bereich Bildende Kunst als einzige Vertreterin der koreanischen Malerei (Hanguk-hwa) ausgezeichnet wurde.

Text: Chefredakteurin Lee Mun-ja (Jeonsi Guide)

Kim Hyun Jung erregt Aufsehen mit unkonventionellen Werken der ostasiatischen Malerei, die gängige Vorstellungen auf den Kopf stellen: elegant im Hanbok gekleidete Figuren, die Ramen-Nudeln oder Hamburger essen, Einkaufstüten im Arm tragen, einen Hund an der Leine führen oder – scheinbar völlig unpassend – im Hanbok an Fitnessgeräten trainieren. Mit ihrer „Naesoong-Serie“ hat sie sich einen Namen gemacht. Sie begann zu malen, indem sie die ostasiatische Malerei modern neu interpretierte und sich von der Eleganz und Verschwiegenheit inspirieren ließ, die der Hanbok ausstrahlt. Ihre Werkreihe „Naesoong-Geschichten“ hält Szenen fest, in denen Figuren einen edlen Hanbok tragen, sich aber in keiner Weise dazu passend verhalten; sie entstand aus dem Wunsch, Menschen, die ihr wehgetan hatten, auf karikaturhafte Weise darzustellen – die Bilder darin sind jedoch Selbstporträts der Künstlerin. Sie skizziert Motive, die ihr im Alltag spontan als Inspiration kommen, fotografiert sich selbst als Modell im Hanbok und überträgt die Skizze anschließend auf Hanji-Papier. Danach folgt ein Prozess, bei dem die Kleidung wie bei einer Puppe Schicht für Schicht aufgebracht wird.

Die Jeogori (Jacke des Hanbok) wird durch Collage dargestellt. Die Künstlerin hat sich die Technik der Hanji-Papierherstellung direkt von einem Hanji-Meister aneignen lassen und beherrscht sie so weit, dass sie selbst die anspruchsvollsten, feinsten Falten der Jeogori wiedergeben kann. Der Rock wird mit verdünnter Tusche dargestellt – und da es in der ostasiatischen Malerei heißt, Tusche könne das gesamte Universum ausdrücken, ist der weite Faltenwurf des Rocks der Künstlerin zugleich ein Raum der Imagination.

Kim Hyun Jung, die täglich 12 Stunden im Atelier arbeitet und für ein einziges Werk mindestens einen Monat benötigt, erregt Aufmerksamkeit, weil sie auf der Grundlage von Theorie und Technik der traditionellen ostasiatischen Malerei einen Wandel anstrebt. Diese Bemühungen wurden im Dezember des vergangenen Jahres gewürdigt, als sie beim 34. „Künstler des Jahres“-Preis des Koreanischen Verbands der Kunstkritiker im Bereich Bildende Kunst als einzige Vertreterin der koreanischen Malerei ausgezeichnet wurde; die Auszeichnung wurde von Professor Ha Jeong-min überreicht. Als vielversprechende Künstlerin der koreanischen Kunstszene schloss sie an der Seoul National University die Fächer Ostasiatische Malerei und Betriebswirtschaft ab und absolvierte anschließend ein Aufbaustudium an derselben Universität; über soziale Netzwerke ist sie zudem ein Star mit rund 80.000 Fans. Im Juni des Vorjahres erhielt sie mit ihrer Ausstellung „Naesoong Olympics“ im Gana Insa Art Center große Zuneigung und Aufmerksamkeit von Presse, Medien und Publikum und stellte während der Ausstellungsdauer mit rund 30.000 Besuchern einen neuen Besucherrekord auf. Sie wurde von der Tageszeitung Dong-A Ilbo unter „100 Koreaner, die Korea in zehn Jahren zum Strahlen bringen werden“ sowie als „Künstlerin der Zukunft zum 150. Jubiläum von Perrier – eine Künstlerin, die ihr Element gefunden hat“ ausgewählt und erhielt zudem den „Hauptpreis“ bei JTBCs Sendung „Schöne Menschen“ („Areumdaun Saramdeul“).

Kim Hyun Jung veröffentlichte ihre Masterarbeit „Eine Studie zur inneren Formdarstellung durch das Selbstporträt“. Darin heißt es: „Die 〈Naesoong〉-Serie in dieser Arbeit bringt das eigene, unverwechselbare Formbewusstsein und die Ausdrucksweise der Künstlerin zum Ausdruck. Der Hanbok in den Werken erfüllt eine ästhetische Funktion, symbolisiert die Abkehr von gesellschaftlichen Konventionen und spielt, durchscheinend als Collage dargestellt, eine wichtige Rolle bei der bildlichen Gestaltung des Naesoong-Bildes. Der Kontrast zwischen traditioneller Tuschekolorierung und Collage-Darstellung sowie der Kontrast zwischen traditioneller Kleidung und modernen Alltagsgegenständen symbolisieren Naesoong. Durch die Weiterführung und Umgestaltung traditioneller Ausdrucksformen bringt die 〈Naesoong〉-Serie meine eigenen inneren Auseinandersetzungen mit dem Selbst sowie die im Alltag auftretenden Naesoong-Momente mit einer eigenen ästhetischen Sensibilität zum Ausdruck.“ Kim Hyun Jung, die während ihrer künstlerischen Tätigkeit einen Teil der Erlöse aus dem Verkauf von Ausstellungskatalogen spendet, besuchte anlässlich des vergangenen Lunar-Neujahrsfestes gemeinsam mit Freunden aus den sozialen Netzwerken das Kinderheim Gangnam und überreichte den Kindern Windeln, Alltagsgegenstände sowie bei Kindern beliebte Snacks und Obst.

Neben ihrer künstlerischen Arbeit ist sie derzeit auch mit Interviews für verschiedene Medien, Vorträgen und Aktivitäten in sozialen Netzwerken beschäftigt und strebt an, dass die bildende Kunst ebenso viel Popularität und Kommunikation erreicht wie die Popmusik. Ihr gerade erst begonnenes, in Vorbereitung befindliches Projekt „Naesoong-Vergnügungspark“ plant sie, sich für eine noch tragfähigere Serie viel Zeit zu nehmen; sie möchte damit einen Raum des Spiels im Alltag – nur für Erwachsene – erschaffen. Im April dieses Jahres sollen im Rathaus des Seoulaner Stadtrats insgesamt 19 sorgfältig ausgewählte Hauptwerke der Serie „Naesoong-Geschichten“ im Format Nr. 20 ausgestellt werden.

In einer Kunstwelt, die Erfahrung und Werdegang hoch schätzt, hat sie sich als „Idol der koreanischen Malerei“ etabliert. Kim Hyun Jung, deren kunsthistorischer Beitrag darin gewürdigt wird, das Pop-Element der koreanischen Malerei neu über soziale Netzwerke zu vermitteln, lässt mit Spannung auf ihre weiteren Schritte blicken.